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Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte

Vor einigen Tagen habe ich „Tyrannosaur  – Eine Liebesgeschichte“ gesehen. Der Titel ist zugegebenermaßen ein wenig irritierend, denn dieser Film hat weder etwas mit den Tieren der Urzeit zu tun, noch ist er als klassischer Liebesfilm anzusehen. Vielmehr handelt es sich bei dem 2011  entstandenen Werk des Briten Paddy Considine um ein Sozialdrama, und zwar um ein ausgesprochen düsteres.
Joseph (dargestellt von Peter Mullan) entstammt dem Arbeitermilieu und ist ein Choleriker, wie er im Buche steht. Durch einen Zufall lernt er Hanna (Olivia Colman) kennen, die aus der Oberschicht stammt und auf den ersten Blick ein sorgenfreies Leben führt. Das dies nicht der Fall ist, erfährt der Zuschauer erst nach und nach, ebenso wie die Bedeutung des Wortes „Tyrannosaur“ in dem Kontext des Filmes….
Es gibt nicht viele Filme, die einen auch nachhaltig so sehr beeindrucken wie „Tyrannosaur“. Sämtliche negativen Empfindungen der Protagonisten wie Hass, Trauer, Wut und Verzweiflung werden in diesem Drama so glaubwürdig dargestellt, dass man auch nach Ende des Films das beklemmende und bedrückende Gefühl nicht los wird. Wer ohnehin schon an depressiven Verstimmungen leidet, sollte sich „Tyrannosaur“ nicht unbedingt anschauen – allen anderen möchte ich diesen Film sehr empfehlen.
Paddy Considine, Jahrgang 1973, ist in vielen Bereichen künstlerisch erfolgreich: er ist Schauspieler, Schlagzeuger in einer Band und Fotograf. Sein Regiedebüt gab er 2007 mit dem Kurzfilm „Dog Altogether“, welcher bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde. „Tyrannosaur“ ist der erste Spielfilm, bei dem der heute 39-Jährige Regie führt – auch hierfür wurde er von Kritikern sehr gelobt. „Ein Film, der weh tut und dennoch glücklich macht“, lautet beispielsweise eine der Rezensionen. Und genau dies macht den besonderen Charme dieses Films aus. Nachdem der Zuschauer sich in einer düsteren Welt befand, ist das Ende voller Hoffnung: ein Weg scheint geradewegs in den Horizont zu führen, es ist Frühling, die Sonne scheint,… Alles Attribute, die verdeutlichen, dass die Zukunft rosiger sein kann und es immer wieder neue Hoffnung und ein „Morgen“ gibt.
Wirklich eines der besten Dramen der letzten Jahre, und dabei in jeder Hinsicht ausgesprochen realistisch.

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