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Whistleblower – In gefährlicher Mission

Wisst Ihr, was ein „Whistleblower“ ist? Jemand, der interne Missstände offenlegt. Um genau diese Problematik geht es in dem gleichnamigen Film der Regisseurin Larysa Kondracki aus dem Jahr 2011, der wahre Begebenheiten aus dem Leben der Polizistin Kathryn Bolkovac schildert.

Bolkovac kam in den späten 1990-er Jahren nach Bosnien, um für den privaten Militärdienstleister Dyn Corp die örtliche Polizei zu unterstützen. Im Rahmen dieser UN-Friedensmission, in der sie als Untersuchungsbeauftragte für Menschenrechte tätig war, stieß sie auf einen Sexskandal, an dem selbst die obersten reihen der UN beteiligt waren: Mädchen (größtenteils aus Osteuropa) wurden mit Gewalt oder falschen Versprechungen ins ehemalige Jugoslawien verschleppt, wie Vieh gehalten und zur Prostitution gezwungen. Die Tatsache, dass so viele Soldaten und Polizisten zu den Kunden dieser Zwangsprostituierten zählten, veranlassten Bolkovac zu immer intensiveren Nachforschungen. Ihre Vorgesetzten sahen dies natürlich nicht gerne, was schließlich zu Bolkovacs Entlassung führte. Die Polizistin klagte gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber Dyn Corp wegen ungerechtfertigter Entlassung wegen Whistleblowing; 2002 wurde zu ihren Gunsten entschieden. Leider brachte ihr dieses Urteil beruflich keinerlei Vorteile – sie bekam nie wieder eine Anstellung bei der UN.

Die Themen „Frauenhandel“ und „Zwangsprostitution“ sind leider keine fiktiven. Schätzungen zufolge werden jährlich circa 200.000 Frauen aus Osteuropa verschleppt und als Sexsklavinnen missbraucht. Die Täter, die meist aus den Reihen der UN stammen, haben aufgrund ihrer Immunität kaum Strafen zu befürchten. Wenn die Armee von ihren Verbrechen erfährt, werden die Soldaten beziehungsweise Angestellten suspendiert, entlassen und nach Hause geschickt, aber für ihre Greueltaten nicht weiter belangt. Eine Ungerechtigkeit, gegen die Kathryn Balkovac (übrigens genial verkörpert von Rachel Weisz) ankämpfen wollte…

Wenn Ihr ein hochinteressantes, authentisches Drama mit Starbesetzung sehen möchtet, welches quasi bis zur letzten Minute spannend ist, kann ich Euch den Film „Whistleblower“ sehr empfehlen. Er ist nicht nur für den Moment interessant, sondern regt auch nachhaltig zum Nachdenken an. Keine leichte Kost, sondern eher aufwühlend und verstörend – aber klasse gemsacht.

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