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Abschaffung der Praxisgebühr und des Zusatzbeitrags – Krankenkassen könnten ihre Mitglieder entlasten

Wenn es darum geht, uns Steuerzahlern Kosten jeglicher Art aufzudrücken, sind sich die Parteien immer recht einig. Wenn aber eine Partei den Vorschlag macht, uns in irgendeiner Form finanziell zu entlasten, ist 100%-ig mit massiver Gegenwehr zu rechnen, wie auch das aktuellste Beispiel zeigt: die Praxisgebühr.
2004 wurde sie nicht nur zur finanziellen Unterstützung der Krankenkassen, sondern auch mit der Option eingeführt, dass Versicherte weniger zum Arzt gehen sollen. Bereits im November 2009 plädierte der damalige Gesundheitsminister Philip Rösler (FDP) dafür, diese Praxisgebühr wieder abzuschaffen. Weniger Patienten gab es durch sie eh nicht; darüber hinaus sind viele Versicherte sowieso von ihr befreit, weil sie Geringverdiener sind oder sich in Programmen für chronisch Kranke befinden. Doch immerhin: zuletzt hatten die Krankenkassen fast zwei Milliarden Euro Einnahmen durch die Praxisgebühr, während für die Ärzte noch mehr (administrative) Kosten entstanden sind.
Aufgrund der momentan vorhandenen Rekordreserve der Krankenkassen von knapp 20 Millionen Euro macht die FDP erneut den Vorschlag zur Abschaffung der Praxisgebühr. Unterstützt wird sie dabei von zahlreichen Verbraucherschützern. Doch die Union ist dagegen, wie so oft, wenn es um das Wohle des Volkes geht. Dabei täte es meiner Meinung nach uns allen recht gut, ein wenig finanzielle Entlastung zu erhalten – wie beispielsweise auch durch den Wegfall des Zusatzbeitrages bei Krankenkassen. Es wird ja erwartet, dass alle Krankenkassen ihn wieder abschaffen. Wenn es nach den meisten versicherten ginge, hätten sie ihn gar nicht erst einführen müssen; man denke nur an den Massenboykott 2010 seitens der versicherten, der aber leider nichts gebracht hatte… Gezahlt werden musste trotzdem, was wiederum einen Mitgliederschwund zur Folge hatte. Die Versicherten achteten weniger auf gute Leistung, sondern nur noch auf die finanziell günstigsten Konditionen. Schon alleine deshalb betrachten viele Krankenkassen den Zusatzbeitrag als gescheitert.
Jetzt ist es so, dass die Krankenkassen sich in einer sehr guten finanziellen Situation befinden, so dass sie ihre Mitglieder entlasten könnten. Klingt eigentlich ganz gut, zumal laut Prognosen des Institutes für Weltwirtschaft die Einnahmen von Gesundheitsfond und gesetzlichen Krankenkassen bis 2014 sicher sein sollen. Leider stehen diese Aussagen im Gegensatz zu der des Unternehmensberaters Mc Kinsey, der noch vor wenigen Wochen davon ausging, dass 2014 ein Defizit von 9 Milliarden Euro herrschen wird, welches dann nur noch mit Zusatzbeiträgen von durchschnittlich 15,50 € in den Griff zu bekommen sein wird. Als Grund für diesen massiven finanziellen Einbruch sieht er die Tatsache, dass die Ausgaben für Heilbehandlungen etc. schneller steigen als die Einnahmen. Klingt auch plausibel…nun weiß man als Normalsterblicher natürlich nicht, welcher der Aussagen man mehr vertrauen schenken soll. Von daher wäre es meiner Meinung nach sinnvoller, den Zusatzbeitrag erst einmal vorsichtshalber beizubehalten. Natürlich würde ich mich – wie Tausende andere vermutlich auch – freuen, wenn ich monatlich 8,- € mehr zur Verfügung hätte. Aber mal ehrlich: ob dieser Betrag sich nun im Portemonnaie befindet oder nicht, fällt sooo doll gar nicht auf. 15,50 € im Monat weniger hingegen merkt man schon eher. Und was hätten wir davon, wenn wir jetzt zwar einige Monate gar nichts zuzahlen müssten, hinterher aber umso mehr zur Kasse gebeten werden würden?!?

2 Kommentare

  1. […] pro Quartal zahlen, wenn sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Wobei ja schon wieder über die Abschaffung der Praxisgebühr diskutiert wird. Selbst für die Kosten der Medikamente kommen gesetzliche Krankenversicherungen nicht vollständig […]

  2. Gesetzlich Versicherte warten weiter auf Prämienausschüttungen…

    Die Krankenkassen haben mittlerweile Überschüsse in Milliardenhöhe aufgehäuft – und nicht nur Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr fordert eine Weitergabe der Überschüsse an die Versicherten. Doch die Gesetzlich Versicherten warten weiter auf Prämiena…

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