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Ankläger fordert Haft für Marco Weiss

Am 12. April 2007 war Marco Weiss in einem Urlaubshotel an der türkischen Riviera festgenommen worden. Dem Schüler aus Uelzen wird vorgeworfen, die Britin im Osterurlaub missbraucht zu haben. Er bestreitet das und spricht von einvernehmlichen Zärtlichkeiten nach einem Discobesuch. Zudem habe das Mädchen ihm gesagt, es sei 15 Jahre alt. Der Jugendliche saß 247 Tage in türkischer Untersuchungshaft. Inzwischen absolviert er eine Ausbildung in Niedersachsen und muss zu den Prozessterminen nicht mehr in die Türkei reisen. Jetzt aber mal im ernst, ich finde es echt heftig das es immernoch ein hin und her gibt. Meiner Meinung nach ist er unschuldig. Ich denke, dass das Mädchen einfach noch keinen Sex haben durfte, da die Eltern vielleicht einfach total spießig sind oder irgendeiner Religion folgen in der es nur Sex nach der Hochzeit gibt oder so. Die haben es vermutlich irgendwie heraus bekommen oder das Mädel hatte ein schlechtes Gewissen ihren Eltern gegenüber und hat es erzählt, worauf diese Marco Weiss angezeigt haben. Vielleicht sollte man das Mädchen und deren Eltern mal an einen Lügendetektor anschließen, damit endlich mal alles geklärt wird und Marco Weiss endlich mal seine Ruhe hat.

Erstmals Öffentlichkeit zugelassen

Mehr als zwei Jahre nach der Festnahme Marcos begann der Verhandlungstag in Antalya mit einer Premiere. Erstmals durften Journalisten in den Gerichtssaal. Der Staatsanwalt sprach ruhig und ließ kaum Zweifel an der Schuld des abwesenden Angeklagten erkennen. Dass Marco in das Mädchen eingedrungen sei, sieht er als erwiesen an. Er glaubt auch der Darstellung der damals 13-jährigen Britin, dieses sei gegen ihren erklärten Willen geschehen.

Ein Urteil wäre noch am Freitag möglich gewesen, doch die Anwälte Marcos wollen das Plädoyer des Staatsanwaltes genau prüfen. „Wir wollen erreichen, dass Marco für unschuldig erklärt wird“, sagte sein Verteidiger Ahmet Ersoy. „Ich glaube an seine Unschuld.“ Für Mit-Verteidiger Jürgen Schmidt scheint ein guter Ausgang des Prozesses für seinen Mandanten nun aber fraglich: „Ich bin sehr zurückhaltend mit Prognosen, nachdem der Prozess so oft vertagt worden ist.“

Dagegen sieht sich Nebenkläger Ömer Aycan, der Vertreter des Mädchens Charlotte, bestätigt. „Der Staatsanwalt hat sich unserer Argumentation weitgehend angeschlossen. Er hat nur Zweifel, ob Marco das Mädchen psychisch geschädigt hat. Dann wären statt acht Jahren auch 15 Jahre Höchststrafe möglich“, sagt er.

(via)

1 Kommentar

  1. Andreas sagt:

    Bei der exakt gleichen Beweislage stellt der deutsche Staatsanwalt das Ermittlungsverfahren ein, während sein türkischer Kollege 8 Jahre Haft fordert. Das paßt natürlich überhaupt nicht zusammen. Leider ist ein deratiges Verhalten für die Türkei wohl typisch. Eine Beweisbewertung wird allein dem Richter überlassen. Der dürfte aber erheblich näher an der Linie des deutschen Staatsanwaltes sein. Schließlich hat das Gericht Marco ohne Auflagen entlassen und sogar ausreisen lassen. Seitdem hat sich die Beweislage aber sogar noch für Marco verbessert. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass der Richter den Fall nun wieder kritischer sieht. Ich rechne daher weiter fest mit einem Freispruch und im schlimmsten Fall mit einer Bewährungsstrafe, die für mich aber schon ein Fehlurteil wäre.

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