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Ausstieg aus der Atomenergie weiter verschoben

Die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke in Deutschland ruft heftige Diskussionen hervor. Kritisiert wird nicht nur, dass die Frage der sicheren Atommüllentsorgung noch immer nicht geklärt wurde und dass die Bundesregierung scheinbar nur im Sinne der vier großen Energiekonzerne handelt, sondern auch die Absicht, eine Entscheidung dazu durch den Bundesrat zu umgehen.

Der Betrieb von Kernkraftwerken ist seit ihrer Einführung in Deutschland sehr umstritten. Spätestens seit der Katastrophe von Tschernobyl ist sicher, dass Atomkraft ein immenses Risiko für die Menschen birgt. Die deutschen Kernkraftwerke erfüllen bestimmt einen hohen Standard, der einen Gau wie in Russland verhindern soll. Ob es gesundheitsschädigend ist, wenn man in der Nähe eines AKW lebt, darüber gibt es keine anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Aber dass radioaktiver Müll unbedingt so gelagert werden muss, dass er vollkommen abgeschottet ist, darüber besteht kein Zweifel. Und wie man dies bewerkstelligen kann, weiß zurzeit niemand genau.  Das ist auch der Grund, warum es überhaupt Pläne gibt, aus der Atomenergie wieder auszusteigen.

Auch die Kosten für eine Endlagerung sind noch nicht auszumachen. Bevor beschlossen wurde, eine Steuer auf die verbrauchten Brennelemente zu erheben, wurden die Stromerzeuger durch den Staat, d.h. durch den Bürger entlastet. Jetzt soll die sichere Entsorgung durch die neue Steuer finanziert werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Aufwand nicht zu Lasten der Gewinne der Stromlieferanten gehen wird, sondern dass auch hier wie eigentlich immer der Endverbraucher der Dumme ist.

Ich bin sehr gespannt, ob es dadurch in Zukunft günstiger sein wird, Ökostrom zu beziehen, für den diese Abgabe ja nicht anfallen dürfte. Für mich ist es nicht in Ordnung, wenn die Preise für lebensnotwendige Güter wie Gas oder Strom immer teurer werden, weil  den Marktführern keine sinnvollen Schranken auferlegt werden.

Wir beziehen unseren Strom von einer kleinen Genossenschaft, die man unter www.energensued.de im Internet finden kann. Je mehr Verbraucher den Anbieter wechseln, desto geringer wird der Einfluss der großen Energiekonzerne auf die Politik vielleicht werden und desto früher können möglicherweise die radioaktiven Zeitbomben vom Netz genommen werden.

1 Kommentar

  1. 0mad sagt:

    Zwei (weitere) und hoffentlich Wirksame Formen des Protests.

    Gegen die Laufzeitverlängerung läuft sich gerade eine öffentliche Online Petition beim deutschen Bundestag. Shortlink:
    http://bit.ly/b49CqR
    Der Verlauf kann bei sejmwatch.info eingesehen werden – Shortlink:
    http://bit.ly/ck2s0Z
    Dies ist eine offizielle und formgerechte Petition und muss vom Petitionsausschuss zwingend behandelt werden. Ab 50.000 Mitzeichnern sogar in einer öffentlichen Anhörung.

    Jedermann (auch Jugendliche, Kinder, nicht geschäftsfähige, Ausländer) und inländische juristische Personen können sich daran beteiligen. Man kann auch offline die Petition unterstützen sogar über die online-Mitzeichnungsfrist hinaus.
    Ein Schreiben an den Petitionsausschuss muss Text und Nummer der Petition, Name, Anschrift und Unterschrift enthalten und kann mit der Post oder per Fax geschickt werden.

    Wir sollten diese und alle anderen Möglichkeiten nutzen um unseren Protest zu zeigen.

    Andere Möglichkeit:
    Stomanbieter wechseln auf einen mit nur Ökostrom. Dauert ne halbe Stunde.
    Einfach eine Vergleichsseite im Netz nutzen (oder 2). Länger dauert es, sicher zu stellen, dass man nicht nur das Öko-Paket eines Kraftwerksbetreibers kauft. Da muss man ein wenig recherchieren. 🙂

    Viele Grüße.

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