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Bronson – Der Film

Der Film „Bronson“ aus dem Jahr 2008 erzählt das Leben von Großbritanniens bekanntestem Sträfling Michael Peterson alias Charles „Charlie“ Bronson. Regie führte der mit „Pusher“ bekannt gewordene Nicolas Winding Refn. In der Hauptrolle als Charles Bronson brilliert Tom Hardy (bekannt z.B. aus Inception).

Der Film hat im Grunde zwei verschiedene Stränge. Der erste ist der „ganz normale“, chronologische Plot, der das Leben des Mickey Peterson, respektive Charles Bronson, erzählt. Er wächst in der unteren Mittelschicht im Großbritannien der 50er und 60er Jahre auf in Luton auf. Der gewalttätige Michael Gordon Peterson begeht irgendwann einen Postraub und bekommt sieben Jahre Haft. Im Gegensatz zu dem Otto-Normal-Häftling gefällt es ihm jedoch im Knast und so verlängert er seine Haftstrafen immer weiter durch Gewalttätigkeiten und Geiselnahmen, das ganze unterbrochen von Aufenthalten in Sanatorien, in denen es ihm nicht so gut gefällt wie im normalen Gefängnis. Er schafft es, dort hinaus zu kommen, weil er mit etlichen Aktionen, bei denen er die Anstaltsdächer beschädigt, dem Staat schlicht und ergreifend zu viel Geld kostet und er kurzerhand für „Geheilt“ erklärt wird.Es folgt eine Phase auf freiem Fuß, in der er sich als Kämpfer bei illegalen Straßenkämpfen einen Namen macht, um genau zu sein, den Namen „Charles Bronson“, der ihm von seinem Manager oder Promoter gegeben wird, weil sich dies einfach besser anhöre als Mickey Peterson. Diese Phase dauert jedoch nicht all zu lange und er landet wieder im Gefängnis. Charles Bronson sitzt bis zum heutigen Tage ein.

Der zweite „Strang“, wenn man ihn denn so bezeichnen möchte, ist Charles Bronson, wie er in Smoking und Schminke auf einer Bühne vor Publikum steht und sein Leben – auf oft humorige Art – kommentiert.
So, damit wäre die grobe Inhaltsangabe aus dem Weg.
Es gibt nicht viele Sachen, die mir an dem Film nicht gefallen haben. Eines, was meiner Meinung nach ein wenig abfällt, ist die Dramaturgie. Klar, es ist ein – teilweise avantgardistisch angelegter – autobiographischer Film, der verständlicherweise nicht ein Leben in seiner Gesamtheit abzubilden vermag, doch – vor allem durch die Kommentare, die teilweise aus dem Off kommen – verflacht die Dramaturgie an einigen Stellen. Kurz gesagt: Er hat manchmal so seine Längen.
Doch es ist nicht so, als würde ich die Bühnen-Szenen, in denen Bronson sein Leben und Handeln rechtfertigt und kommentiert, nicht mögen. Nein, denn – und hier kommen wir zum größten Pluspunkt und zum eigentlichen Träger des Films – gerade hier brilliert Tom Hardy als Charles Bronson ungemein. Hardy ist noch jung und hat sicher noch eine respektable Karriere vor sich und normalerweise bin ich vorsichtig mit solchen Titeln, doch „Rolle des Lebens“ trifft es für mich schon ganz gut. Tom Hardy spielt Charles Bronson wirklich dermaßen genial, er trägt den Zuschauer auch über die paar Längen, die der Film hat und rückwirkend betrachtet, finde ich es mehr als schade und eine Schande, dass Hardy nach Erscheinen des Films nicht einmal nominiert war für den Hauptrollen-Oskar. Unnötig, zu erwähnen, dass ich finde, dass er ihn auch hätte gewinnen sollen.

Zu dieser überaus sehenswerten One-Man-Performance kommt ein großartiger Soundtrack aus 80er Synthie-Songs gemischt mit klassischer Musik, eine gute Regie, Kamera, Schnitt und teilweise in ihrer Poetik großartige Bilder.

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