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Dank einer neuen EU-Verordnung gehen Zigaretten aus, wenn man nicht regelmäßig an ihnen zieht

Bestimmt ist den Rauchern unter Euch schon aufgefallen, dass in letzter Zeit die Zigaretten häufig spontan ausgehen? Man legt sie kurz im Aschenbecher ab, kümmert sich ein Weilchen nicht um sie, und sobald man wieder an ihr ziehen möchte, streikt sie. In diesem Fall bedeutet das, sie ging unbemerkt aus und wir können ziehen, so viel wir wollen – es tut sich nichts.

In verschiedenen Foren haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder Raucher über dieses unkooperative Verhalten ihrer Zigaretten beklagt und es auf mangelnde Qualität geschoben. Seit vergangener Woche wissen wir: das ist nicht der Fall! Am 17.11.2011 trat eine neue EU-Verordnung in Kraft, nach der die Zigaretten ein „vermindertes Zündpotential“ besitzen müssen. Im Klartext heißt das, dass sie ausgehen, wenn einige Zeit nicht an ihnen gezogen wurde. Da der logistische Aufwand extrem groß war, die „neuen“ Zigaretten auf den Markt zu bringen, sind diese schon eher im Umlauf gewesen; seit dem Sommer beispielsweise in Deutschland.

Ziel dieser EU-Verordnung ist der erhöhte Brandschutz. In den 27 EU-Ländern, in der sie Gültigkeit hat, gibt es circa 500 Brandtote jährlich. Diese Anzahl soll minimiert werden, was mithilfe der Zigaretten durchaus möglich ist, wie das Beispiel USA belegt. Seit der Einführung dort im Jahre 2010 sank die Zahl der Brände, die durch Zigaretten entstanden sind, um die Hälfte.

Das Prinzip ist simpel: an zwei Stellen des Zigarettenpapiers werden  Bänder angebracht, die mit Kartoffelstärke beschichtet sind. Diese unterbindet die Sauerstoffzufuhr an der Zigarette. Erreicht nun die Glut das Band, fehlt an dieser Stelle der Sauerstoff. Die Folge: wenn man nicht an ihr zieht, geht die Zigarette aus. Laut Hersteller besitzen diese Zigaretten weder einen anderen Geschmack noch eine andere Gesundheitsbelastung; Kartoffelstärke ist wohl unschädlich für den Menschen…

Es ist interessant zu sehen, womit sich EU-Politiker so alles beschäftigen. Mal ehrlich: natürlich ist es schade um jeden Menschen, der stirbt, aber ich persönlich finde nicht, dass 500 Brandtote in 27 Ländern eine derart erschreckende Anzahl sind, dass sie sogleich eine neue EU-Verordnung rechtfertigen würden. Vor allem wird immer nur über Wohnungsbrände gesprochen. Was ist mit den Waldbränden, von denen es jährlich circa 45.000 in Europa gibt? Können die auch in irgendeiner Art und Weise durch die „neuen“ Zigaretten minimiert oder verhindert werden oder gelten die angesprochenen Vorteile ausschließlich für Wohnungsbrände? Und was ist mit Zigarren? Warum bekommen die keine Bänder aus Kartoffelstärke implantiert? Haben die Politiker in Brüssel denn keine wirklich wichtigen Probleme zu lösen? (Sorry, ich vergaß, dass sie ja bereits die Normgröße für Gurken festgelegt haben…) Fragen über Fragen… Während ich hier sitze, raucht  mir der Kopf bei so vielen Gedanken über die ganzen Unklarheiten – und das ist auch der einzige. Meine Zigarette, die ich kurz mal in den Aschenbecher gelegt habe, macht schon wieder eine kleine Siesta… Daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen…

2 Kommentare

  1. Elietta Becker sagt:

    aber die Raucher werden auch sterben, wenn man in die Zigaretten Kartoffelstärkebänder einbaut, oder?!?

  2. sepp sagt:

    650.000 Raucher sterben jährlich in Europah an den Folgen des Rauchens. Aber das wollt ihr wahrscheinlich nicht so gerne hören. Und Zigarren gehen sowieso schon immer von selbst aus.

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