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„Der große Bruder“ – ein satirischer Film über das Leben Karl-Theodor zu Guttenbergs

So, jetzt soll also das Leben von Deutschlands Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verfilmt werden.

Als ich in der vergangenen Woche erstmalig diese Meldung hörte, war ich ziemlich überrascht. Meiner Meinung nach erhielt dieser Mann schon während seiner Amtszeit ein viel zu großes Podium, um sich und seine Ehefrau – wohlgemerkt außerhalb seiner politischen Aktivitäten, welche zu beurteilen ich mir niemals anmaßen würde – zu präsentieren. Nach seinem Rücktritt im März dieses Jahres aufgrund der Plagiatsaffäre wanderte er mit seiner Familie in die USA aus und verlor dadurch stark an Präsenz in deutschen Medien. Und jetzt also ein Film. Der Regisseur und Produzent Nico Hofmann, bekannt durch Filme wie „Dschungelkind“ und „Hindenburg“, will sich an das brisante Thema wagen und sein neuestes Werk dem Leben des Exverteidigungsministers bis hin zu seinem Rücktritt widmen. Dabei soll – laut Hofmann – dieser Film als Satire verstanden und nicht als Biographie angesehen werden. Auch der Name Guttenbergs soll verändert werden, um Persönlichkeitsrechte zu respektieren. Als Wunschdarsteller hätte Hofmann gerne Jan-Josef Liefers, der seiner Meinung nach Guttenbergs „tänzelnden Schritt“ perfekt imitieren kann. Regie bei dem Film, der unter dem Arbeitstitel „Der große Bruder“ gedreht wird und bei SAT 1 im Abendprogramm gezeigt werden soll, führt Jochen Alexander Freydank.

Mich persönlich stören an diesem Film einige Dinge, obwohl ich davon überzeugt bin, dass er aufgrund seiner Thematik und des Staraufgebots ein Erfolg werden wird:

  1. Was ist an Guttenbergs Leben so außergewöhnlich, dass man es verfilmen muss? Es gibt sicherlich eine Menge Menschen, die nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden sind und aus eigener Kraft eine Karriere gestartet haben. Sollte man nicht lieber über diese berichten?
  2. Ob Satire, Komödie oder was sonst noch für Bezeichnungen gefallen sind: wenn schon im Vorfeld bekannt ist, von wem der Film handelt, warum werden dann „Persönlichkeitsrechte respektiert“ und Namen geändert?
  3.  Was macht diese unglaubliche Beliebtheit Guttenbergs in Deutschland aus? Ich kann es mir nicht erklären. Normalerweise werden Lügner und Betrüger ver- beziehungsweise missachtet, dies ist schon in der Schule so (ich erinnere mich noch ganz genau, was es mir jedes Mal einbrachte, wenn ich beim Abschreiben erwischt worden bin: eine glatte & sowie die ewige Verachtung des jeweiligen Lehrers). Herr zu Guttenberg hat letzten Endes nichts anders getan, doch anscheinend nimmt ihm dies kaum einer übel…

Auch, wenn ich persönlich kein Fan von ihm bin – auf „Der große Bruder“ bin ich dennoch gespannt, vor allem auf die satirische Umsetzung des doch ziemlich heiklen Themas. Schließen möchte ich mit der Frage des Journalisten Marco Janssen: „Ob Guttenberg selbst die Satire auch mit Humor nimmt?“

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