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Frühkastration bei Katzen – sinnvoll oder nicht?

Jeder Tierhalter, der sich eine Babykatze ins Haus geholt hat, steht irgendwann einmal vor der Frage: wann ist der richtige Zeitpunkt, diese kastrieren zu lassen?
Dass es unerlässlich ist, seinen Kater/seine Katze kastrieren zu lassen, braucht eigentlich nicht extra betont zu werden. Die enorm hohe Anzahl Nachkommen von ca. 80 Millionen Tieren innerhalb von 10 Jahren von einem einzigen Katzenpärchen spricht für sich. Im Sinne des Tieres und des Tierschutzes gibt es also gar keine andere Möglichkeit, als ungewollte Schwangerschaften von Vorneherein zu unterbinden. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für einen solchen Eingriff? Diesbezüglich herrschen unterschiedliche Meinungen. Seit Mitte der 90-er Jahre wird immer mehr für die Kastration von Katzen vor Eintritt ihrer Geschlechtsreife plädiert – für die sogenannte Frühkastration. Je nach Rasse tritt die Pubertät zwischen 6-8 Monaten bei Katern und 4-21 Monaten bei Kätzinnen ein. Vorreiter hierbei waren die USA, in denen aufgrund der mächtigen Überpopulation ca. 20 Millionen Katzen jährlich (!) eingeschläfert werden mussten. Da leider auch in Deutschland die Zahl der streunenden Katzen immer mehr ansteigt, geht auch bei heimischen Tierschützern und –haltern die Tendenz immer stärker zu der Frühkastration.
Früh kastrierte Tiere werden in der Regel ca. 1 Kg schwerer, weil sich der Stoffwechsel verringert. Da sie jedoch aufgrund der späteren Verschließung der Wachstumsfugen ihrer Knochen auch größer werden als ihre Artgenossen, sind sie augenscheinlich nicht dicker oder plumper. Auch sind bei früh kastrierten Katern keine Auffälligkeiten in Bezug auf Harnröhrenerkrankungen festzustellen, ebenso wenig wie gynäkologische Veränderungen bei den Weibchen. Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten betrachtet scheint es also keine Argumente gegen eine Frühkastration zu geben. Da keinerlei Spätfolgen bekannt sind, die gegen eine solche Maßnahme sprechen würden, ist die Frühkastration meiner Meinung nach in jedem Falle empfehlenswert.
Ein positiver Effekt der Frühkastration ist das Sozialverhalten dieser Tiere. Sie sind weniger aggressiv, dafür viel anhänglicher und verschmuster gegenüber ihren Artgenossen, aber auch Menschen gegenüber. Dies ist insbesondere bei ehemals freilebenden Tieren wichtig, damit diese domestiziert werden können. Ich selbst habe jahrelang aktiven Tierschutz betrieben und habe sämtliche eingefangenen Katzen einer Frühkastration unterzogen. Fazit: die Tiere konnten leichter handzahm gemacht werden als später kastrierte Artgenossen, entwickelten ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten und sind nur ein wenig größer. Bis heute hat keines dieser Tiere mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die auf ihre frühe Kastration zurückzuführen sind.
Besonders angenehm finde ich den Gedanken, dass man seiner Katze durch die Verhinderung ihrer Pubertät zwei hormonelle körperliche Umstellungen erspart. Zum einen vom „Kind“ zum „Erwachsenen“ durch Erreichen der Geschlechtsreife, zum anderen wiederum die Neutralisierung des Geschlechts durch eine Kastration. Ist doch viel angenehmer, oder? Und eines steht fest: Aussagen, wie „früh kastrierte Kater können nicht miauen“ oder „nur ganz hoch miauen“ kann ich definitiv nicht bestätigen. Meine Katzen und Kater miauen ganz normal in den verschiedensten Tonlagen – unabhängig von dem Alter, in de sie kastriert wurden.

1 Kommentar

  1. Antonietta sagt:

    Tierärztekammer für rigorose Kastration streunender Katzen. In Deutschland leben bereits jetzt zwei Millionen verwilderte Katzen.

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