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Hausautomatisierung KNX/EIB Bussystem für unser Allkauf-Haus

Heute wollte ich einmal über die Technik des Hauses sprechen und zeigen, was das Haus erhält und wie ich das technisch umsetze. Das Ganze ist natürlich nichts für Laien, aber wenn jemand daran interessiert ist, dann bin ich gerne behilflich.

Die Herausforderung: Allkauf bietet eine Hausautomatisierung über „myGekko“ an. Der Preis für das komplette System soll so ca. bei 20.000 Euro liegen. Ich wollte mich darüber genauer informieren und bin daher mit einem Vertriebspartner von „myGekko“ in Burgwedel in Kontakt getreten. Leider war da keine Info zu bekommen: Der Profi war nicht da und der Herr, den ich am Telefon hatte, der kannte sich damit nicht so aus. So wartete ich auf einen Rückruf und erinnerte zwischendurch dann auch immer mal wieder, dass ich noch immer auf einen Rückruf warte. Nach knapp 2 Wochen war es mir dann zu blöd und ich habe die Geschichte mit „myGekko“ auf die Halde gelegt.

Etwas anderes musste her – ich suchte eine Lösung, die nicht Herstellergebunden ist. Man stelle sich folgendes vor: Man installiert in seinem Haus eine sehr teure Hausautomatisierung von „myGekko“ oder einem anderen Hersteller, der sein eigenes System hat. Nach 5 oder 10 Jahren macht dieser Hersteller zu. Was ist dann mit der Hausautomatisierung? Keine Updates, keine weitere Entwicklung und keine Produktunterstützung.

Ich bin dann auf KNX/EIB gestoßen – ein System welches von nahezu allen bekannten Herstellern wie Gira, Jung, Busch und Jäger, Siemens und noch vielen vielen weiteren unterstützt wird.

Die Herausforderung: Diese Systeme sind die „echten“ Bussysteme für Häuser. Viele Menschen haben Angst davor, weil immer wieder gewarnt wird wie teuer und unnütz das Ganze ist. Ich kann an dieser Stelle sagen: Diese Aussage war mal zutreffend, ist aber längst veraltet und überholt. Sie sind allerdings leider noch immer sehr kompliziert, da sich richtig geplant, verkabelt und programmiert werden müssen. Die Parametrierung stellt die größte Herausforderung dar. Zum einen benötigt man dafür Ahnung von diesem System und sollte schon etwas geübt sein. Zum anderen ist die Software „ETS“ welche zur Parametrierung benötigt wird sehr teuer. Es lohnt sich eigentlich nicht, sich all dieses Wissen anzueignen und die teure Software zu kaufen, wenn man dabei nicht später bleiben will um das vielleicht Professionell anzubieten.

Jetzt haben wir also die Ausgangslage: KNX/EIB soll in unser Allkauf-Haus – aber was bedeutet das? Was hat man davon, wenn man ein Haus mit einem solchen System ausrüstet?

Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt – alles was man sich vorstellen kann, kann über dieses System realisiert werden. Da die Liste viel zu lang werden würde, möchte ich an dieser Stelle einfach nur mal die beliebtesten Punkte aufzählen. Wie ich bereits schrieb: Es ist eigentlich technisch wirklich alles möglich:

  • Lautsprecher in jedes Zimmer und über die Zentrale kann man in verschiedenen Räumen Musik abspielen. Das Ganze natürlich völlig individuell. So könnte man beispielsweise im Kinderzimmer leise ein Hörbuch starten, während im Wohnzimmer Radio läuft oder die Rock-CD abgespielt wird.
  • Rollläden bei bestimmten Situationen bewegen (zb. bei Sturm) oder zu bestimmten Zeiten oder bei Dämmerung automatisch hoch- oder runterfahren
  • Licht kann zentral gesteuert werden – auch LED´s sind möglich. Bei farbige Leids kann man beispielsweise die LED-Farbe der Raumtemperatur anpassen
  • Die Alarmanlage kann geschaltet werden – Beispiel: Bei Alarm wird im gesamten Haus alles an Licht eingeschaltet und die Rollläden nach oben gefahren, während die Hausherren eine SMS bekommen
  • Öffnung der Haustür per Fingerabdruck oder ähnliches

Anbei will ich noch einige Praxisbeispiele nennen. Mit dem System können bestimmte „Szenen“ geschaltet werden, die bei bestimmten Faktoren eben bestimmte Dinge ausführen. So könnte man sagen: Wenn ich unter der Dusche stehe und das Wasser aufdrehe, dann schalte im Duschbereich zusätzliche Lampen an und fahr die Rollläden im Bad runter. Wenn ich unter der Dusche fertig bin, dann warte 10 Minuten und stelle den ursprünglichen Zustand wieder her.

Eine weitere Möglichkeit wäre: Wenn ich auf der Terrasse sitze, dann fahre abends die Rollläden an der Terassentür nicht runter – erst wenn ich wieder für mindestens xx Minuten im Haus bin. Oder man könnte das System so programmieren, dass sich die Beleuchtung im Wohnzimmer dimmt, sobald ich den TV einschalte.

Was die Szenen betrifft, so ist da eigentlich alles erlaubt und möglich. Man kann diese frei gestalten und auch jederzeit erweitern oder ändern. Beim Rohbau ist es nur wichtig, dass man genau plant, welche Bereiche an das System angeschlossen werden sollen, da eine spätere Nachrüstung nur sehr schwer möglich ist. Es macht also Sinn, möglich viele Komponenten vorzubereiten, auch wenn man diese noch gar nicht per KNX/EIB ansteuern will. Sind sie aber vorbereitet, so kann man später einfach diese bestimmte Steckdose oder diesen bestimmten Lichtschalter an das System koppeln.

Kommen wir jetzt zu unserem Haus:

Ich wollte dieses System also unbedingt haben und so haben wir hier viele Abende gesessen und überlegt, welche Funktionen überhaupt Sinn machen und was das alles kostet. Ich musste meine bessere Hälfte erst etwas überzeugen, weil sie davon erst nicht so begeistert war. Ich habe ihr dann gezeigt was alles möglich ist – ich glaube ich kann jetzt sagen: Inzwischen liebt sie es auch. 🙂

Da sich unser Haus aktuell noch in der Planung befindet und wir nicht mal einen finalen Grundriss haben, müssen wir uns auf die Theorie und Planung beschränken. Für uns sind die gewünschten Funktionen eigentlich klar, daher ist der Grundriss gar nicht so wichtig. Es kommt ja nicht mehr drauf an, ob wir jetzt einen oder zwei Schalter mehr setzen und ob wir jetzt 20 Meter mehr Kabel brauchen.

Unsere geplanten Funktionen im Überblick:

  • 12 Zoll Touchscreen (Unterputz) im Flur zur zentralen Steuerung des gesamten Hauses
  • Steuerung sämtlicher Rollläden im Haus
  • Steuerung des gesamten Lichtes im Haus (teilweise dimmbar) einschließlich der geplanten Ambiente Beleuchtung (LED´s)
  • Steuerung der gesamten Außenanlage (Gartenbewässerung, Garage, Beleuchtung und Steckdosen)
  • Steuerung der von Allkauf gelieferten Lüftungsanlage nach Luftfeuchtigkeit und Qualität der Luft
  • Rauchwarnanlage
  • Überwachung der Fenster und Türen im gesamten Haus
  • Steuerung der Treppenbeleuchtung (beim Betreten der Treppe gehen die Stufenlichter an)
  • Zentrale Steuerung für Weihnachtsbeleuchtung (an jedem Fenster im Haus)
  • Dusche im OG soll ans System angeschlossen werden
  • Vorbereitung Sicherheitstechnik (Fingerabdruck, Alarm etc.)
  • Vorbereitung für die Messung der aktuellen Verbrauchswerte (Strom und Wasser) mit Statistik
  • Vorbereitung für die Messung der von der Photovoltaikanlage erzeugten Energie mit Statistik

Ich habe bewusst auf die Steuerung der Heizung über das System verzichtet. Der Grund liegt darin, dass wir eine Fußbodenheizung haben und diese eigentlich sowieso ständig läuft, da sie sehr träge ist. Zudem ist es für die Wärmepumpe auch besser, wenn sie in der Nacht nicht abgesenkt wird. Ich hatte ernsthaft darüber nachgedacht – aber laut Herrn Maurer bekommen wir digitale Raumthermostate. Diese sind schön und können bei Bedarf programmiert werden. Daher kommt ist die Steuerung der Heizung für uns nicht sinnvoll. Wir haben lediglich Lichtschalter verbaut, welche die Temperatur in den einzelnen Räumen überwachen.

Für den Touchscreen im Flur habe ich mir etwas Besonderes einfallen lassen. Die originalen Systeme kosten ca. 2.000 Euro. Das war mir viel zu teuer. Also habe ich ein Touchpanel von einem Kassensystem bei eBay gekauft und diesen etwas umgebaut. Dahinter hängt jetzt ein kleiner Minicomputer und viele Stunden Programmierarbeit. Das System habe ich schon fertig und es wartet jetzt auf den Einbau in unser Allkauf-Haus.

Natürlich will ich an dieser Stelle auch ein Foto zeigen. 🙂

Es funktioniert also schon und muss jetzt noch eingebaut werden. Das kann ich natürlich erst machen, wenn das Haus von Allkauf steht. Ich bin wirklich gespannt, wie es später aussieht. Den Touchscreen kann man auch als digitalen Bilderrahmen nehmen. Wenn Beispielsweise länger als 10 Minuten keine Eingabe erfolgte, dann erscheint als Bildschirmschoner eben eine Diashow mit eigenen Fotos. Dürfte in der Wand echt gut aussehen. Ich hoffe, dass sich die vielen Stunden Programmierarbeit gelohnt haben. 🙂

Nach und nach werde ich weiter über das System berichten – vielleicht bekommt so ja jemand Interesse an diesem System.

1 Kommentar

  1. Daniel sagt:

    Hi Miguel,

    schön noch einen Verrückten zu treffen der seine eigene Haussteuerung implementiert hat.

    Welche Programmiersprache hast du für deine Steuerung verwendet ?

    Grüße
    Daniel

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