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Jegliche Werbung für Alkohol sollte verboten werden

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass circa 50% der Werbung im Fernsehen Spots für alkoholische Getränke sind? Und nicht etwa „nur“ für Bier oder Biermixgetränke, sondern auch für die hochprozentigen Sachen.

Das Schlimme daran ist, dass die Protagonisten in diesen Spots dem Zuschauer suggerieren, wie viel Spaß man beim Verzehr dieser Spirituosen hat: es wird geflirtet, gefeiert, getanzt, gelacht – Lebensfreude pur. Bildschöne Frauen und coole Männer wecken in dem Zuschauer den Wunsch, ebenso attraktiv, lässig und fröhlich zu sein. Und genau darin liegt meiner Meinung nach die Gefahr. Nach wie vor ist die Alkoholabhängigkeit eine weit verbreitete Krankheit, und durch solche Werbespots wird der „Appetit“ auf Alkohol noch geschürt. Manchmal erscheint zwar am Ende des Spots der kleine Satz „drink respectfully“, aber der ist wirklich so winzig und wird so blitzschnell wieder ausgeblendet, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass irgendjemand großartig Notiz von ihm nimmt.

Aber nicht nur im Fernsehen, sondern quasi überall wird man mit Werbung für Alkohol bombardiert. Ob auf rieseigen Plakaten am Fahrbahnrand, Anzeigen in Zeitschriften oder als Bandenwerbung in Fußballstadien – es gibt kein Entrinnen vor ihnen. Selbst unsere Fußballnationalmannschaft wird von einer Brauerei gesponsert. Wo bleibt da die Vorbildfunktion? Meiner Meinung nach steht diese Überflutung durch Alkoholwerbung im krassen Gegensatz zu dem Bemühen der Regierung, Kinder und Jugendliche vom Trinken abzuhalten: Kampagnen in Schulen werden durchgeführt, Spirituosen dürfen erst bei Volljährigkeit gekauft werden, die Promillegrenze bei Autofahrern wird immer weiter herab gesetzt und…und…und… Was aber nützen alle diese Aktionen, wenn einem auf Schritt und Tritt suggeriert wird, wie toll es doch ist, Alkohol zu trinken? In meinen Augen ist das Ganze absolut kontraproduktiv und jegliche Art von Alkoholwerbung sollte konsequent verboten werden. Natürlich wird dies wohl kaum durchzusetzen sein, da Brauereien und Brennereien bestimmt eine riesengroße Lobby haben, aber es wäre sehr sinnvoll, diesen Gedanken zumindest mal ins Auge zu fassen. Bei Zigarettenwerbung ging es doch vor Jahren auch – ratzfatz gab es keinen Marlboro-Mann mehr im Fernsehen. Warum also werden Raucher immer mehr diskriminiert (komplizierte Zigarettenautomaten, nahezu überall Rauchverbote, überhöhte Tabakpreise…), während es nahezu überall möglich ist, Alkohol kaufen und verzehren zu können. Ist eine Nikotinsucht etwa schlimmer als Alkoholabhängigkeit? Ich glaube kaum. Also eine ganz eindringliche Bitte an alle Verantwortlichen: weg mit jeglicher Werbung für Alkohol!!

3 Kommentare

  1. xb baby sagt:

    es kommt doch immer auf den Umgang damit an. ich finde, dass ein abend mit alk sehr lustig sein kann. neulich hab ich auf lebouquet.org einen artikel über obstbrand gelesen. hatte keine ahnung was das ist, also bin ich mit drei freunden um welchen zu besorgrn. das zeug war so unglaublich widerlich, dass wir es alle sofort auf den boden spucken mussten. und das war ziemlich witzig. dann haben wir uns ausgemalt was wir mit dem investierten geld alles hätten machen können. da kam dann katerstimmung auf 🙂
    ich versteh auch walters argumentation nicht: verfälscht Alkohl jetzt das ICH oder ist es eine Entschuldigung dafür wie man wirklich ist?
    Nicht dass ich hier falsch verstanden werde, ich find werbung auch überflüssig. aber das weniger mit dem produkt zu tun als viel mehr damit, dass sie mich unglaublich nervt.

  2. Elietta Becker sagt:

    Das sehe ich genauso. Deswegen ist es mir unbegreiflich, warum uns immer wieder eingeredet wird (durch solche Spots), wie toll es ist, Alkohol zu trinken…

  3. Walter sagt:

    Ist genau so wie beim Rauchen. Wenn man nur leben kann, wenn man sein ICH durch Drogen und Bewusstseinsverändernde Substanzen „verfälscht“, dann ist irgendetwas mit einem selbst nicht in Ordnung.
    Mut antrinken? Ob ich besoffen bin oder nicht, die Anderen beurteilen mein Handeln unverändert.
    Peinlich bleibt peinlich. Man benutzt Alkohol zur Entschuldigung dafür, wie man wirklich ist.

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