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Kampfschauplatz der Woche: Weihnachtsbaumverkaufsstände mit wirklich günstigen Angeboten

Mitten in der – ach so friedlichen – Adventszeit habe ich quasi direkt vor meiner Haustür einen Kriegsschauplatz entdeckt, in dessen Geschehen ich nicht involviert sein möchte: einen großen Tannenbaumverkaufsplatz, mit wirklich richtig günstigen Angeboten.

Direkt daneben habe ich eine gepflegte Raucherpause eingelegt und hatte so circa 6 Minuten Zeit, mir das Treiben dort anzusehen. Kurz gesagt: ich war entsetzt. Ganz normal aussehende Menschen jeder Altersklasse mutierten beim Betreten des eingezäunten Areals zu Rambos beziehungsweise Kampfmaschinen. Ohne Rücksicht auf Verluste schoben und schubsten sie ihre Mitstreiter zur Seite, um so schnell wie möglich das Objekt ihrer Begierde zu erreichen. Da aber fast alle (und es waren bestimmt an die 50 Personen gleichzeitig in diesem Areal) denselben Plan auf ziemlich enger Fläche hatten, kam es teilweise zu kleinen und größeren Handgemengen. Wurde ein Bäumchen erreicht, wurde es gedreht, geschüttelt, von allen Seiten betrachtet – und bei Nichtgefallen achtlos beiseite geworfen beziehungsweise geschmissen. Dieses Gefummele an sich finde ich schon überflüssig und unpassend, zumal die Bäume alle standen, so dass man ihren Wuchs und ihre Form ganz klar erkennen konnte, auch ohne sie zu berühren. Leider konnte ich kein respektvolles Verhalten den Tannenbäumen gegenüber erkennen. Selbst die wenigen Kaufinteressierten, die sich nicht am allgemeinen Kampfgeschehen beteiligen wollten, hatten keine Chance. Insbesondre ältere Menschen und Kinder, für die ein Weihnachtsbaumkauf ein wunderschönes Highlight ist, kamen gegen die Rowdys nicht an; teilweise mussten Mitarbeiter des Verkaufsstands einschreiten, um rangelnde Menschengruppen zu trennen…

Der Höhepunkt des Chaos war erreicht, als ein Mitarbeiter neue Ware heranbrachte. Circa 50 weitere Bäume, noch in Netze gehüllt, sollten aufgebaut werden. Der Mann konnte kaum die Bäumchen irgendwo platzieren, geschweige dann auspacken, weil von allen Seiten an ihnen gezogen und gezupft wurde. Ich frage mich wirklich, was in diese Kunden gefahren ist. Wie gesagt, das Angebot war wirklich sehr günstig, aber das ist noch lange keine Entschuldigung für solch ein rüpelhaftes Verhalten. Es ist ja nun nicht so, dass e am nächsten Tag keine Tannenbäume mehr geben würde…

Und glaubt mal ja nicht, dass die Rücksichtslosigkeit mit dem Bezahlen beendet war: auf dem Weg zum Auto ging sie teilweise weiter, wobei sich dort die Käufer in zwei Kategorien einteilen ließen: die Einzelträger und diejenigen, die zu zweit ihr kostbares Gut schleppten. Den ersteren war es egal, ob sie mit ihrem Baum andere Leute an- oder sogar umschubsten: ohne Rücksicht auf Verluste bahnten sie sich ihren Weg. Angehörige der zweiten Kategorie verletzten zwar meines Wissens niemanden, standen oder gingen aber provokativ so herum, dass Mitmenschen ihnen permanent ausweichen mussten. Ich war definitiv fassungslos – und dankbar, dass ich keinen Weihnachtsbaum kaufen musste…

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