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Keine Siege, keine Punkte – der HSV entlässt Trainer Michael Oenning

Au weia, was ist denn bloß mit dem Hamburger Sportverein los? Einen Punkt nach sechs Bundesligaspielen – in der Geschichte der gesamten Bundesliga sind nur vier weitere Vereine ähnlich schlecht gestartet (Düsseldorf, Schalke, Leverkusen, 1860 München). Seit heute hat der Traditionsclub auch keinen Trainer mehr: Michael Oenning, der seit dem 13.03.2011 den Posten des Cheftrainers innehatte, wurde am Nachmittag entlassen.

In seiner 48-jährigen Bundesligazugehörigkeit ist der HSV noch niemals abgestiegen; kein anderer Club kann dies von sich behaupten. Erfolge wie beispielsweise dreimaliger DFB-Pokalgewinner, DFB-Ligapokalsieger und sechsmaliger Deutscher Meister (eigentlich sieben Mal, aber im Jahre 1922 hat der Verein auf diesen Titel verzichtet) scheinen lange, lange her zu sein. Umso bedauerlicher wäre es, wenn der Traditionsclub diese Saison den Klassenerhalt nicht schaffen würde, was einige Experten bereits jetzt befürchten. Ich persönlich halte es noch für viel zu früh, sich über Abstieg beziehungsweise Klassenerhalt Gedanken zu machen. Es sind gerade mal sechs von 34 Spielen absolviert worden, das heißt, es sind noch jede Menge Punkte zu vergeben – hoffentlich auch für den HSV. Und dieses „Hoffen“ kommt von Herzen, denn selbst ich als Gladbacher Borusse würde es ausgesprochen bedauerlich finden, wenn die Dinos aus Hamburg demnächst zweitklassig spielen müssten, und ich weiß, dass viele Fans anderer Vereine ebenso denken wie ich. Der HSV gehört einfach in die erste Liga!

Natürlich stellten sich auch hier schon seit geraumer Zeit Experten die Frage, ob Michael Oenning der richtige Trainer für den HSV ist. Als er im März den Verein übernahm, waren sich sämtliche Verantwortliche einig, dass er der richtige Mann für diesen Job ist. Oenning, der früher selbst als Spieler und seit 1999 als Verbandssportlehrer und Trainer tätig ist, hat nicht nur fast am selben Tag Geburtstag wie der HSV (er: 27.09.1965; HSV: 29.09.1887), sondern schien die selbe Philosophie inne zu haben wie der Rest des Vereines: Umstrukturierung und Verjüngung war angesagt, wobei immer wieder betont wurde, dass dies ein langwieriger Prozess werden würde. Ebenfalls hieß es, dass Oenning keinerlei Druck ausgesetzt werden sollte. Am vergangenen Samstag betonte sein Chef noch, er werde auf jeden Fall am Freitag mit Michael Oenning zusammen zum Auswärtsspiel nach Stuttgart reisen. Schöne Worte – doch wie sieht die Realität aus? Saisonübergreifend 13 Spiele ohne Sieg – an dieser Tatsache gibt es nichts zu rütteln, und somit verspielte sich der Trainer im wahrsten Sinne des Wortes seine Jobgarantie, die er bis zur Winterpause innehatte. Seine Spieler hielten übrigens zu ihm, wie Dennis Aogo in einem Interview betonte: „Michael Oenning ist genau der richtige Mann für uns!“ und massiv hinzufügte: „Ich habe solche Diskussionen schon zu oft erlebt!“  Da hat er recht: in den drei Jahren, in denen er für den HSV spielt, ist Oenning bereits der fünfte Trainer, dessen Abgang er beobachten muss.

Schade für Michael Oenning. Ich hoffe sehr, dass er bald einen anderen verein findet, der seine Leistungen auch zu schätzen weiß. Und für den HSV: viel Erfolg beim Klassenerhalt!

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