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Medien präsentieren ständig neue mögliche Gründe für Babak Rafatis Selbstmordversuch

Vergangenen Samstag hat der DFB-Schiedsrichter Babak Rafati in einem Kölner Hotel versucht, sich das Leben zu nehmen. An für sich ist die Tatsache, dass jemand nicht mehr leben möchte, schon traurig genug. Noch trauriger finde ich jedoch, wie in den Medien mit dem Selbstmordversuch umgegangen wird. Von ärztlicher Seite aus gab es noch nicht einmal Entwarnung, dass Rafati stabil ist, da hagelte es bereits überall Berichte über mögliche Gründe für seine tat.

Persönliche Motive? Berufliche? Besteht ein Zusammenhang zu der Schwarzgeldaffäre? Bla-bla-bla. Ich finde dieses Verhalten seitens der Medien ausgesprochen respektlos gegenüber diesem Menschen, der offensichtlich so sehr in Not ist, das er dem Ganzen ein Ende setzen wollte – aus welchen Gründen auch immer. Natürlich sollen Journalisten die Bevölkerung aufklären, aber dazu gehören meines Erachtens Fakten und nicht sinnlose Spekulationen und ein herumstochern in Herrn Rafatis (Privat-) Leben. Auch die Interviews, die sein Vater (angeblich) gab („mein Sohn bat mich um Verzeihung“) gehören nicht in die Öffentlichkeit. Sollte diese Entschuldigung wirklich ausgesprochen worden sein, so wäre dies eine familiäre Sache und bestimmt nicht für Tausende Schaulustige und Neugierige bestimmt.

Auch Theo Zwanziger spielt sich meiner Meinung nach zu sehr auf. Was er sagt, hat zwar alles Hand und Fuß, aber er sagt zu viel, redet zu lieb und ist zu präsent. Auf mich wirkt es so, als nutze er die Verzweiflungstat seines Schiris durch betont liebevolles Benehmen dazu, sein eigenes recht angekratztes Image ein wenig aufpolieren zu wollen – und so etwas geht gar nicht.

Ich denke, man sollte Babak Rafati und seine Familie komplett in Ruhe lassen – vor allem ihn selbst erst einmal wieder zu sich finden lassen. Wenn er so weit ist, kann er immer noch entscheiden, was beziehungsweise wie viel er über seine Tat berichten möchte. Und wenn er schweigen wird, ist dies auch in Ordnung. Viel wichtiger als die „öffentliche Person“ Rafati, die wir alle schon einmal gesehen haben, ist der Mensch Babak, und der braucht ganz bestimmt seine Ruhe und keine wilden Spekulationen. In diesem Sinne: alles Gute für Sie, Herr Rafati! 🙂

2 Kommentare

  1. Elietta Becker sagt:

    Wenn es nach „eigentümlichem Pfeifen“ ginge, fielen mir spontan noch einige Schiris mehr ein… Vielleicht war der Selbstmordversuch als Hilfeschrei anzusehen: Wie man jetzt weiß, leidet Herr Rafati unter Depressionen; kann sein, dass dies SEIN Weg war, der Welt zu zeigen, dass er Hilfe braucht.

  2. Helle sagt:

    Er wählte seinen Selbsmordversuch so, dass er gefunden werden mußte. Wenn mann sich wirklich töten will, dann nicht im Hotel kurz vor dem Spiel. Vielleicht wurde er erpresst? Sein oft eigentümliches Pfeifen – auch schon mal spielentscheidend könnte einem auch zu Denken geben!

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