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Organspenden ja oder nein – ein heikles Thema

Habt Ihr Euch schon Gedanken darüber gemacht, ob Ihr nach Eurem Tod Eure Organe spenden möchtet? Ob man will oder nicht – momentan kommt man um dieses Thema einfach nicht herum.

Und das ist auch gut so. Circa 12.000 Menschen warten alleine in Deutschland auf Spenderorgane; alle acht Stunden stirbt einer von ihnen, weil ihre geschädigten Organe die durchschnittliche Wartezeit von fünf bis sechs Jahren auf einen geeigneten Spender nicht überstehen können. Nun behaupten einige Mitmenschen, dabei handele es sich um die „natürliche Auslese“; diese Patienten würden schließlich an ihren Krankheiten sterben und nicht wegen fehlenden Spendern. Bedingt mag das richtig (wenn auch herzlos) sein, aber in einem Zeitalter wie unserem, in dem es quasi für fast jede Krankheit lebensverlängernde Maßnahmen gibt, sollte man diese auch – wenn möglich – nutzen. Nun denkt jedoch nicht jeder so wie besagte Zeitgenossen. Umfragen zufolge würden 70% der Befragten ihre Organe spenden; allerdings blieb hierbei offen, ob sie generell bereit dazu wären, oder nur an nahestehende Personen. Ich vermute das Letztere, denn gerade mal 20 % der Krankenversicherten besitzen einen Organspenderausweis. Da dieser an allen möglichen Stellen kostenlos zu erhalten ist (Apotheken, Arztpraxen, Krankenkassen, als Internetdownload), dürfte deren Erwerb keinerlei Schwierigkeiten machen und also nicht als Grund für die doch recht geringe Anzahl Spendenwilliger anzusehen sein.

Ratsam ist es in jedem Fall, seinen Willen (oder Unwillen) zur Organspende nach dem Tode bereits zu Lebzeiten zu dokumentieren. Sollte kein derartiges Dokument vorliegen, entscheiden die Hinterbliebenen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen. Aber was ist, wenn man keine Angehörig hat? Also, besser auf Nummer sicher gehen und seinen Wunsch bezüglich der Organe schriftlich festhalten…

Dies wünschten sich auch die Regierung und die Krankenkassen, die seit Wochen an einer Lösung des Organspendeproblems arbeiten. So könnte beispielsweise die Bereitschaft zur Organspende regelmäßig abgefragt werden; zum Beispiel mit Versenden der Versichertenkarte. So oder so – das Thema „Organspenden“ ist und bleibt ein heißes Eisen. Zugegeben: der Gedanke, dass meine Organe nach meinem Tod dazu beitragen würden, anderen Menschen das Leben zu retten, hat schon etwas Verlockendes. Theoretisch könnte es mir persönlich ja egal sein, ob ich komplett verbrannt werde, oder ohne Niere, Leber und Niere…Wovor ich allerdings Angst hätte, wäre an einen korrupten Arzt zu geraten, der, nachdem er meinen Organspenderausweis entdeckt hat, anstatt mich zu retten meine Organe entnimmt und sie aus reiner Profitgier verkauft. Beispielsweise käme ich nach einem Unfall in ein Krankenhaus, wo ich genau von so einem Arzt untersucht werden würde. Er erklärt mich für „unrettbar“ – das wär´s dann für mich. Der Arzt stellt einfach die Maschinen ab, damit er meine Organe bekommt. Klingt absurd, ist aber durchaus schon vorgekommen. Eine Horrorvorstellung, vor der sich sicher viele Menschen fürchten. Diese Angst wird mir beziehungsweise uns auch keiner nehmen können, und deswegen werde ich mir ganz sicher keinen Spenderausweis besorgen. Ich hoffe sehr, dass sich trotzdem die Zahl der Spendewilligen erhöht – damit den Kranken, die ein neues Organ brauchen, geholfen werden kann.

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