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Richtige Unterschlupfmöglichkeiten für Igel schaffen

Erfreut Euch noch die letzten Tage am Anblick der Igel – Mitte November begeben sie sich für vier bis fünf Monate in den wohlverdienten Winterschlaf.

Momentan ist es noch so, dass sie sich für ihre Ruhezeit so viel Fett wie möglich anfressen. Bis die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, finden die Igel genug Nahrung; es gibt also so gut wie keinen Grund, dass wir uns in ihr Leben einmischen und sie – natürlich mit allerbesten Absichten – betüddeln. Leider gibt es ganz, ganz viele Menschen, die genau dies tun; sie meinen es gut und möchten den stacheligen Tieren durch die kalte Jahreszeit helfen. Sobald sie einen – vermeintlich hilfebedürftigen – Igel sehen, schnappen sie ihn und schleppen ihn entweder ins Haus oder zum Tierarzt. All´ diesen Leuten sei gesagt: bitte nicht! Es gibt bei uns ein Bundesnaturschutzgesetz, dessen § 42 die Igel zu einer besonders geschützten Tierart deklariert. Es ist nicht gestattet, gesunde Igel in Gefangenschaft zu halten. Laut § 43 darf man zwar verletzte, kranke und hilflose Igel aufnehmen und pflegen, aber nur vorübergehend, bis sie sich erholt haben. Danach tritt automatisch wieder § 42 in Kraft, und der Igel muss zurück in seinen natürlichen Lebensraum. Im Klartext: wenn Ihr also einen Igel findet, der über 600g wiegt, besteht keinerlei Gefahr, dass er den Winter nicht überlebt.

Sollte Euer Fundtier aber auffallend dünn oder apathisch sein oder jämmerlich aussehen so könntet Ihr ihm Hilfe zukommen lassen. Allerdings solltet Ihr Euch genau überlegen, welcher Art diese Hilfe sein sollte. Am besten ist es, erst einmal sein Grundbedürfnis zu erfüllen: den Hunger zu stillen. Handwarmes Katzendosenfutter ist hierfür bestens geeignet; als zusätzliches Päppelfutter könnt Ihr gerne noch ungewürztes Rührei und/oder Haferflocken untermischen. Dazu frisches Wasser stellen, aber bitte keine Milch. Dies könnte für den Igel tödlich enden!

Viele Menschen meinen, sie könnten einen Igel bei sich im Haus überwintern lassen. Leider gestaltet sich dies wesentlich komplizierter. Als man denken mag, und ist eigentlich nur eine Sache für echte Profis. Hinzu kommt, dass laut Untersuchungen nur circa 10-20% der Tiere die künstliche Überwinterung überleben. Von daher wendet Euch bitte lieber an Igelstationen oder an die Imitative „Pro Igel“, die Euch mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Igelschutz, den Ihr ohne großen Aufwand wirklich effektiv im heimischen Garten selbst betreiben könnt, sieht wie folgt aus: Ihr bildet Haufen aus Reisig, Blättern oder Wurzeln, unter denen die Tiere Unterschlupf finden können. Das klappt wirklich. Vor einigen Jahren haben wir – allerdings aus Versehen – einen Blätterhaufen im Garten liegen gelassen. Unter diesem Haufen hatte sich ein schöner großer Igel eine Art Höhle gebaut, aus der er im Frühjahr ausgeruht und quicklebendig wieder hervor kam. Im folgenden Jahr haben wir bewusst solche Haufen im Garten verteilt, und einige von ihnen wurden auch wirklich  angenommen! Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, kleine „Igelhäuser“ zu bauen, in denen die stacheligen Tiere prima überwintern können.

Wenn Ihr einen Unterschlupf für Igel geschaffen habt – bitte nicht mehr stören. Wir wollen ja schließlich auch in Ruhe schlafen, oder?!?

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