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Rüttelstreifen sollen Unfälle verhindern

Jährlich passieren circa 50.000 Unfälle auf deutschen Straßen aufgrund von Unaufmerksamkeit, Übermüdung oder Ablenkung; im Jahre 2010 endeten 3.648 von ihnen tödlich.

Jetzt hat die Bundesregierung einen Plan entwickelt, um die Unfallzahlen zu senken. Neben mehr Geschwindigkeitskontrollen, Blitzanlagen und Tempolimits sollen sogenannte „Rüttelstreifen“ an der rechten Fahrbahnseite installiert werden. Diese als unebene Randstreifen zu verstehende Veränderung der Seitenlinie unterliegt bestimmten Anforderungen: 13 Millimeter tiefe und 40 Zentimeter lange Mulden werden in kurzen Abständen quer zur Fahrbahn gelegt; sie sind sowohl wasser- als auch frostbeständig. Wenn jetzt ein Autofahrer über diese Rüttelstreifen fährt, ertönt ein lautes Fahrgeräusch; darüber hinaus entstehen kräftige Vibrationen. Kräftig genug, um einen Autofahrer aus dem Sekundenschlaf zu reißen, aber nicht so stark, um das Fahrzeug zu beschädigen. Der Fahrer wird sozusagen in Begleitung eines lauten Geräusches wachgerüttelt…

Kostengünstig ist dieser Rüttelstreifen übrigens auch, da man besagte Mulden leicht mit einer Fräse in den Asphalt ritzen beziehungsweise beim Bau neuer Straßen gleich in den frischen Asphalt drücken oder als Erhebungen einarbeiten kann.

Mir persönlich kommt das System mit den Rüttelstreifen ein wenig seltsam vor. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr ich mich erschrecke, wenn mein Wecker klingelt. Bei einem ähnlichen Schock während des Aufgewecktwerdens aus dem Sekundenschlaf könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass man das Lenkrad verreist und prompt auf der linken Fahrspur – oder auf Landstraßen im Gegenverkehr – landet. Oder aber man wacht zwar auf, fährt aber trotzdem vor lauter Schreck rechts gegen einen Baum, Brückenpfeiler oder Ähnliches. Soweit meine Befürchtungen.

Allerdings gibt es in Dänemark, Schweden und den USA diese Rüttelstreifen schon länger und sie haben sich durchaus positiv bewährt. Hier in Deutschland wurde 2003 eine knapp 36 Kilometer lange Strecke auf der A 24 mit den Rüttelstreifen versehen mit dem Ergebnis, dass es zu 40% weniger Unfällen (davon 15% weniger tödliche Unfälle) gekommen ist. Wenn man bedenkt, dass jeder Verkehrstote einer zuviel ist, ist dies ein durchaus beachtenswertes Ergebnis. Allerdings dürfte die Realisierung dieses Projektes wohl längere Zeit in Anspruch nehmen. Alleine die Autobahnen in –Deutschland heben eine Gesamtlänge von 12.000 Kilometern, hinzu kommen die Bundesstraßen und eventuell die Landstraßen…

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