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Schiedsrichter geraten immer mehr in die Kritik…

Fast sind die bengalischen Feuer in deutschen Fußballstadien schon ein wenig ins Hintertreffen geraten, weil es inzwischen einen neuen Aufreger rund um Deutschlands beliebtesten Ballsport gibt, der für Schlagzeilen sorgt: die Leistung der Schiedsrichter.

Oder sollte man besser sagen: „die nicht vorhandene Leistung“? Selten zuvor sind Bundesliga-Schiris derart negativ kritisiert worden wie nach dem 12. Spieltag der laufenden Saison. Nicht gegebene Elfmeter, falsch erkannte Abseitsstellungen, unrechtmäßig verteilte (Beziehungsweise nicht gegebene, obwohl es angemessen gewesen wäre) gelbe und rote Karten – die Liste der Fehlentscheidungen ist lang. Zu lang, wie Experten finden. Und so sind die Medien voll von Berichten über unfähige Unparteiische.

Generell sind Schiedsrichter ja schon immer eine beliebte Zielscheibe für den Unmut der Fans gewesen. Allerdings fällt auf, dass in letzter zeit nicht nur die Anzahl der offensichtlichen Fehlentscheidungen angestiegen ist, sondern auch die der Platzverweise (in den vergangenen 12 Bundesligaspieltagen 29 Mal!!!). Daraus könnte man schließen, dass eventuell auch der Ton auf dem Spielfeld zwischen den Spielern untereinander auch rauer geworden ist. Mehr  Fouls, mehr kleinere und größere Nickligkeiten und somit immer mehr Situationen, die ein Schiri mit seinen beiden Assistenten überblicken muss – eigentlich ein fast unmögliches Unterfangen. Zuhause vor dem Fernseher, von zig Kameras angestrahlt, erscheint ein Fußballspiel immer sehr übersichtlich. In der Realität ist dies aber leider nicht so. Ein durchschnittlich großes Fußballfeld ist 68 mal 105 Meter groß; das heißt 7.140m2. Dies bedeutet, dass eine Linienrichter eine Fläche von 3.570m2 zu überblicken hat – einriesiges Areal, auf welchem man ganz sicher nicht immer die Übersicht behalten kann. Dass dort Fehler geschehen können, finde ich persönlich absolut nachvollziehbar. Als Fan ärgert man sich natürlich, klar, aber objektiv betrachtet ist es sicherlich nicht einfach, jede Spielsituation mit bloßem Auge richtig zu erkennen, so wie es mithilfe von Computergrafiken möglich ist… Hinzu kommt noch, dass gerade Regelungen wie die der Abseitsstellung Auslegungssache der Unparteiischen sind („aktives“ und „passives“ Abseits) und von Seiten des DFB besser definiert werden müssten, um zusätzliche Ärgernisse zu vermeiden.

Vielleicht sind die Schiedsrichter insbesondere am 12. Spieltag so verunsichert gewesen, weil sie bereits einige Tage zuvor aufgrund der Steueraffäre in ihren Reihen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten waren. Inzwischen stehen 70 aktive und ehemalige Unparteiische unter Verdacht, Schwarzgeldkonten im Ausland zu besitzen. Das wiederum finde ich nicht in Ordnung. Ein Schiedsrichter verdient nicht unbedingt wenig pro Spiel: 700,-€ in der 3. Liga, 2000,-€ in der 2. Liga und 4000,-€ plus 500,-€ vom Sponsor Dekra in der 1. Liga; Assistenten erhalten die Hälfte. Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass dies alles nebenberufliche Einnahmen sind, dürfte das monatliche Einkommen eines Unparteiischen nicht gerade spärlich sein. Von daher ist es unfair, das Geld nach Liechtenstein zu schleppen, anstatt hierzulande Steuern zu zahlen wie jeder andere auch. Davon abgesehen, sind die Summen für einen echten Steuerbetrug fast schon wieder zu gering, so dass sich ein Transfer ins Ausland kaum lohnt, vor allem wenn man sich so ungeschickt dabei anstellt, dass alles ans Tageslicht kommt…

Und was sagen die verantwortlichen dazu? Lutz Wagner, Lehrwart der Unparteiischen beim DFB, will „fachlich aufarbeiten“, was seine Schiris falsch gemacht haben.

Theo Zwanziger hingegen nimmt die Kritik gelassen hin und lehnt jegliche Rücktrittsforderung seinerseits ab. Er habe schließlich nichts falsch gemacht. Na dann…

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