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Supertalent 2011 – wer hat das traurigste Schicksal?

Letzte Woche hat die neue Staffel von „Supertalent“ begonnen, erstmalig mit Motsi Mabuse neben Sylvie van der Vaart und Dieter Bohlen in der Jury (Motsi war übrigens nicht nur schön anzusehen, sondern auch noch witzig). Ich muss gestehen, ich gucke diese Show recht gerne, obwohl mich kaum eine Darbietung wirklich vom Hocker gerissen hat.

Was mir aber Jahr für Jahr negativ auffällt, ist das ewige Gerede vieler Kandidaten über das schwere Schicksal, welches sie in der Vergangenheit erleiden mussten. 90% dieser sogenannten „Schicksale“ sind überhaupt nicht dramatisch und könnte meiner Meinung nach jeder von uns sein Eigen nennen („ich bin mal gemobbt worden“, „mein Papa hat uns verlassen, als ich noch kleine war“, „ich bin mal auf dem Schulhof verprügelt worden“, „wir hatten so wenig Geld Zuhause“), während die restlichen 10% wirklich als traurig zu bezeichnen sind. Nichts desto Trotz – gehört so etwas in eine Show? Wollen diese Leute nun aufgrund ihres Talentes Respekt und eventuell Ruhm erhalten, oder möchten sie nur aus Mitleid in die nächste Runde gewählt werden?

Mich nervt dieses ewige Gewinsel total. Mal ehrlich: wenn ich als Zuschauer beispielsweise einen Sänger sehr, dann möchte ich ihn doch anhand seiner Stimme, seines Rhythmusgefühls und seinen eventuellen tänzerischen Qualitäten (kurz: „Gesamtpaket“, wie Dieter Bohlen sagt) beurteilen – denn deswegen seht er ja auf der Bühne. Es interessiert mich nicht im Geringsten, welche bösen (Pseudo-) Schicksalsschläge ihn in seinem Leben ereilt haben. Dass sich die Kandidaten vorstellen und etwas über sich berichten möchten, ist okay; schließlich ist es schön, Näheres über sie zu erfahren. Aber dabei spreche ich von wirklich relevanten Details aus ihrer Vita, die preisgegeben werden, ohne ein gekünsteltes Tränchen hervorzupressen. Warum stellen sie sich nicht einfach hin und sagen „mein Name ist XYZ, ich komme aus …, bin … Jahre alt, und möchte heute für Sie singen, tanzen, turnen,…“?  Das wäre nicht nur völlig ausreichend, sondern auch für eine Show dieses Formats passend.

Den Versuch, eine Karriere auf erheucheltem Mitleid aufzubauen, finde ich persönlich absurd. Irgendwann wird dieses Gejammer dazu führen, dass die Sendung nicht mehr „Supertalent“ sondern „Superopfer“ heißt – das würde die Chancen der jammernden Kandidaten extrem verbessern.

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