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Theo Zwanziger kündigt seinen vorzeitigen Rücktritt als DFB-Präsident an

Dieser Mann weiß, wie man eine Party verderben kann: Theo Zwanziger. Auf der DFB-Jahresfeier am vergangenen Freitag kündigte er zum Abschluss seiner Rede seinen vorzeitigen Rücktritt als Präsident im Oktober 2012 an – ein Jahr vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit.

Dass er nicht erneut kandidieren würde, hatte er bereits vorher klargestellt. Doch seine Rücktrittsankündigung sorgt bei vielen Menschen für Überraschung. Vor allem der Grund, den er als ursächlich für seine Entscheidung angab, ist für viele nicht nachvollziehbar: Zwanziger sehe „keine Herausforderung mehr“. Seltsam ist diese Behauptung schon, denn wenn man sich im deutschen Profifußball ein wenig genauer umschaut, findet man genug Baustellen, auf denen ein DFB-Präsident tätig werden könnte. Was also der wahre Grund sein mag, werden wir wohl nicht erfahren. Vielleicht hat er ja auch endgültig die Nase voll von der ständigen Kritik an ihm und seiner Handlungsweise, denn in seiner bisherigen Amtszeit hat Theo Zwanziger oft genug herbe Kritik einstecken müssen: nach den anfänglichen Querelen zwischen ihm und Meyer-Vorfelder musste er sich beispielsweise mit dem Wettskandal auseinandersetzen, sich durch die Problematik mit Amerell schlängeln und sich zuletzt mit der Steueraffäre der Schiedsrichter beschäftigen. Häufig eckte er mit seinem Verhalten an; vor kurzem noch wurde er harsch kritisiert aufgrund seines öffentlichen Ausplauderns von Details des Selbstmordversuchs von Babak Rafati (unter anderem berichtete er über die Menge Blut, die Herr Rafati verloren hatte). Es schien zwar, als pralle all diese Kritik an Theo Zwanziger ab – aber man weiß ja nicht, wie es in seinem Inneren aussieht. Immerhin ist er auch schon 66 und möchte vielleicht einen etwas ruhigeren Lebensabend genießen und nur noch in den Exekutivkomitees der FIFA und der UEFA tätig sein…

Eine spontane Aktion war seine Rücktrittsankündigung jedenfalls nicht. Eigenen Angaben zufolge (Interview) ist er bereits seit Monaten in Gesprächen mit seinem Wunschnachfolger – wohl dem einzigen Menschen auf der Welt, den er in seine Pläne eingeweiht hat. Keiner der Funktionäre hatte im Vorfeld auch nur den Hauch einer Ahnung, was ihr Präsident ihnen in seiner Rede mitteilen würde; dementsprechend waren sie brüskiert und es wollte Medienberichten zufolge keine Feierstimmung aufkommen. Nur einer behielt mal wieder den Überblick: Franz Beckenbauer. Bereits am folgenden Tag präsentierte er seinerseits seinen Wunschkandidaten, den 61-jährigen Wolfgang Niersbach, der seit 2007 das Amt des DFB-Generalsekretärs innehat. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande wäre nach Meinung des Kaisers der geeignete Mann für diesen Posten – allerdings werden uns bestimmt in den kommenden Monaten noch einige weitere Kandidaten präsentiert werden… Wir werden sehen.

Ich persönlich finde den Zeitpunkt der Rücktrittsankündigung Zwanzigers aus zweierlei Gründen sehr unpassend. Zum einen ist es nicht fair, solch eine ernste Sache auf einer Feier zu verkünden – dass danach keiner mehr in Partystimmung sein würde, dürfte ja wohl klar gewesen sein. Zum anderen war an jenem Freitag die Auslosung der Gruppen für die EM 2012 – ein Highlight für alle Fußballfreunde. Dieses Ereignis wurde nur noch in Nebensätzen erwähnt, weil Herr Zwanziger sämtliche Headlines für sich beanspruchte. Ich denke, er hätte mit seiner Ankündigung ruhig noch ein, zwei Tage warten können…

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