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Über die Schwierigkeiten, ein Buch zu veröffentlichen

Habt Ihr schon einmal versucht, ein selbst geschriebenes Buch zu veröffentlichen? Also, ich bin gerade dabei und ich sage Euch, es ist eine Lebensaufgabe!

Nachdem ich es endlich geschafft hatte, meinen Belletristikroman in der Form fertig zu stellen, in der ich ihn haben wollte, habe ich mich quer durchs Internet gegoogelt, um Tipps und Hilfe für dessen Veröffentlichung zu erhalten. Ich muss sagen, es gibt wirklich ohne Ende Foren, die sich mit dieser Thematik befassen. Zuerst suchte ich natürlich unter der Rubrik „neue Autoren gesucht“. Sofort wurde mir auch eine wunderbar lange Liste mit allen möglichen Verlagen angezeigt. Das Problem dabei war, dass ich erst einmal stark selektieren musste, beispielsweise welcher Verlag welches Genre veröffentlicht.

Was nun folgte, war richtig harte Arbeit: ich bin auf die Website jedes einzelnen Verlags gegangen, um mich über deren Programm zu informieren und meine Auswahl zu treffen. Das dauerte Tage. Ich wusste gar nicht, dass es sooo viele deutschsprachige Verlage gibt…

…und auf was man sonst noch so alles achten muss! Belletristik ist nicht gleich Belletristik, musste ich feststellen. Untergruppen wie zum Beispiel historische oder regionale Romane können zwar durchaus in dieses Genre fallen, passen aber so ganz und gar nicht zu meinem Manuskript. Dann gibt es Verlage, die angeblich zwar Belletristik verlegen, aber wenn man deren Homepage näher betrachtet, haben ihre Bücher herzlich wenig mit meinem gemeinsam. Mal ehrlich: ich als „neuer Autor“ kann ja wohl kaum erwarten, meinen Spaßroman im selben Verlag zu veröffentlichen wie Friedrich Dürrenmatt. Die Lektoren würden sich sicherlich am Boden wälzen oder vor Lachen vom Stuhl fallen, wenn ich mir anmaßen würde, ihnen mein Manuskript zukommen zu lassen…naja, es ist zwar schade, aber da muss ich leider objektiv bleiben und der bitteren Realität ins Auge sehen, dass ich bei derartigen Verlagshäusern wohl eher chancenlos bin.

Schließlich hatte ich zehn Verlage gefunden, bei denen ich mich traute, sie mit meinem Manuskript zu konfrontieren. Nach nicht einmal 24 Stunden antwortete bereits der erste, dass sie momentan gar keine Bücher verlegen würden. Hä? Auf der Homepage prangte ganz groß der Satz: „Wir suchen ständig neue Autoren.“ Nun ja…

Der zweite Verlag ließ sich vier Wochen Zeit. Dann kam eine wunderbare, mich in den höchsten Tönen lobende Rezension des Lektors. Er schien mein Buch auch tatsächlich gelesen zu haben, denn er zitierte des Öfteren daraus. Doch bevor ich in ekstatischen Jubel ausbrechen konnte, folgte der Hammer:  eine Druckkostenbeteiligung in Höhe von knapp 5000€ wurde gewünscht, was auf der Website des Verlags diskret verschwiegen wurde. Dasselbe Resultat erzielte ich beim zweiten Verlag, und auch die folgenden beiden Antwortbriefe hatten quasi denselben Inhalt: alle wünschten ein Minimum von 4500,-€. Je nach gewähltem Veröffentlichungspaket konnte man aber auch sehr schnell auf eine Selbstbeteiligung von über 10000€ kommen! So hatte ich mir die Angelegenheit nicht vorgestellt. Schließlich wollte ich ja ein wenig Geld verdienen, und es nicht großzügig unters Volk verteilen.

Mein Fazit fünf Wochen nach Einsendung meines Manuskripts:

-vier sehr positive Beurteilungen mit Autorenvertragsangebot, aber alle mit Selbstbeteiligung

-ein Schreiben, dass die Prüfung meines Werkes 4-6 Monate dauern wird

-fast derselbe Wortlaut im Antwortbrief eines anderen Verlags, nur diesmal mit einer Bearbeitungsdauer von  zwei Jahren

-vier Verlage, die sich noch überhaupt nicht gemeldet haben

Mal sehen, wie es weitergeht. Die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt…

 

P.S.: Falls Ihr in der Zeitung lesen solltet, dass ein Lektor vor Lachen tot vom Stuhl gefallen ist, wisst Ihr, dass ich es doch gewagt habe, in die Fußstapfen von Herrn Dürrenmatt treten zu wollen…

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